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Wahlfach: Community Medicine - Ganzheitliche Betrachtung von Gesundheit und Krankheit und neue Ansätze in der Medizin

Inhalte

Die Lehrveranstaltung für das Wahlfach Community Medicine im klinischen Studienabschnitt knüpft thematisch an die in der Vorklinik erarbeiteten Erkenntnisse an. Die Lehrveranstaltung hat die Zielsetzung, insbesondere methodische Aspekte der Community Medicine vertiefend zu bearbeiten, Fragen zum Versorgungssystem sowie der Evaluation kritisch zu analysieren und Fertigkeiten in der praktischen Anwendung des erworbenen Wissens zu entwickeln.

Die Studierenden lernen die ganzheitliche Perspektive von Gesundheit und Krankheit in ihr medizinisches Handeln zu integrieren.

Zudem wird eine interdisziplinäre Verknüpfung zu den angrenzenden Querschnittsbereichen und Fächern stattfinden. Ziel einer solchen Verknüpfung ist es, die Position der Community Medicine als fachübergreifende Disziplin herauszustellen und eine ressourceneffiziente Ausbildung auf hohem Niveau zu garantieren.

Lernziele

Die Lernziele sprechen verschiedene Lernebenen an. Der Prozess des Lernens ist in zwei Niveaustufen unterteilt:

  1. auf der Ebene des Wissens: Die Studierenden erlernen ein theoretisches Verständnis des jeweiligen Themenkomplexes, aus einem ganzheitlichen Betrachtungswinkel heraus.
  2. auf der Ebene der Entwicklung von Fähigkeiten/Fertigkeiten: Die Studierenden lernen ihren eigenen medizinischen Wissenshorizont in Bezug auf Wissensbestände und -lücken kritisch zu analysieren. Durch die umfassende Auseinandersetzung mit den vielfältigen Einflussfaktoren von Gesundheit und Krankheit wird die Grundlage zum interdisziplinären Denken und Handeln gelegt.

Inhalt der Lernziele

I. Theoretische und methodische Grundlagen der Community Medicine

  1. Bio-psychosoziales Modell der Krankheitsentstehung und -behandlung
  2. Salutogenese

    1. Das Konzept der Salutogenese nach A. Antonovsky
    2. Salutogenetische Prinzipien für das ärztliche Handeln

  3. Soziale Netzwerke

    1. Soziale Netzwerke im Kontext bevölkerungsrelevanter Erkrankungen
    2. “social support” als Einflussfaktor für den Krankheitsverlauf und die Gesundheitsbildung.

  4. Methoden der deskriptiven und analytischen Epidemiologie

    1.   Maßzahlen der Krankheitshäufigkeit
    2.   Design epidemiologischer Studien
    3.   Risikoquantifizierung
    4.   Risikokommunikation

  5. Regionale Gesundheitsberichterstattung

II. Gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung

  1. Prävention (Verhaltens- und Verhältnisprävention)
  2. Kurative Medizin (primäre, sekundäre und tertiäre Versorgung)
  3. Rehabilitation (medizinische und berufliche Rehabilitation)
  4. Struktur und Steuerungsproblem im System der sozialen Sicherung

    1. Schnittstellenprobleme in der gesundheitlichen Versorgung
    2. Steuerungsmöglichkeiten (DRG-Diagnostics, Diseasemanagement)

III. Evaluation und Qualitätssicherung

  1. Konzepte der Qualitätssicherung
  2. Methoden der gesundheitsökonomische Evaluation

IV. Telemedizin und moderne Informationstechnologien

  1. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in der Medizin
  2. Gesundheitsinformationssysteme
  3. Konzepte und Community-relevante Pilotprojekte