Famulatur (Humanmedizin)

Gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 4 in Verbindung mit § 7 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) in der aktuell geltenden Fassung umfasst die ärztliche Ausbildung u.a. eine Famulatur von vier Monaten.

Sie hat den Zweck, die Studierenden mit der ärztlichen Patientenversorgung in Einrichtungen der ambulanten und stationären Krankenversorgung vertraut zu machen.

Die Famulatur ist nach bestandenem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bis zum Beginn des Praktischen Jahres (PJ) während der unterrichtsfreien Zeiten abzuleisten.

Zeitliche Aufteilung der viermonatigen Famulatur

Nach Möglichkeit sollte die Dauer der Famulatur in einem abgegrenzten Bereich (z. B. Krankenhausstation, Arztpraxis usw.) 1 Monat betragen.

(Beachte: Der Monat Februar wird mit 30 Kalendertagen berechnet.) Insgesamt sind 120 Kalendertage abgeleisteter Famulatur nachzuweisen.

Zu beachten: Beginnend mit dem Abschluss des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung im Herbst 2016 werden als Mindestzeitraum nur noch jeweils 30 Kalendertage anerkannt. Ein einmaliges Splitting ist möglich mit Mindestzeiträumen von 2mal 15 Kalendertagen.

1. Zwei Monate (bzw. 60 Kalendertage) müssen im Krankenhaus oder einer stationären Rehabilitationseinrichtung absolviert werden.

2. Ein Monat (bzw. 30 Kalendertage) muss in einer Einrichtung der ambulanten Krankenversorgung, die ärztlich geleitet wird, oder in einer geeigneten ärztlichen Praxis abgeleistet werden.

3. Ein Monat (bzw. 30 Kalendertage) muss in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung abgeleistet werden.

Die hausärztliche Versorgung erfolgt durch die nach § 73 Abs. 1 Buchst. A SGB V zugelassenen Ärztinnen und Ärzte wie folgt:

- Allgemeinärzte

- Kinderärzte

- Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung, die die Teilnahme an der Hausärztlichen Versorgung gewählt haben - Ärzte, die nach § 95a Abs. 5 und 6 Satz 1 SGB V in das Arztregister eingetragen sind (ehemals "Praktische Ärzte" nach Artikel 30 der EU-Richtlinie 2005/36/EG)

- Ärzte, die am 31.12.2000 an der hausärztlichen Versorgung teilgenommen haben (Bestandsschutzregel bei Einführung des "Allgemeinmediziners"

Sofern die vom Famulanten gewählte Einrichtung der hausärztlichen Versorgung im vorgenannten Sinne nicht eindeutig zugeordnet werden kann, ist dies durch den Studierenden nachzuweisen.

Famulaturen in der hausärztlichen Versorgung, abgeleistet in privaten Praxen oder im Ausland, werden nicht anerkannt!

Auf dem Vordruck des Famulaturzeugnisses ist durch den Arzt die Zulassung zur hausärztlichen Versorgung zu dokumentieren.

Übergangsregelung

Alle Studierenden, die bis zum 10.06.2015 erstmals (!) den Antrag auf Zulassung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung gestellt haben, müssen die Famulatur in der hausärztlichen Versorgung nicht nachweisen. Das heißt, alle Studierenden, die ab Frühjahr 2013 den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung absolviert haben bzw. später absolvieren werden, müssen eine Famulatur in der hausärztlichen Versorgung nachweisen.

Wurde das Studium wegen Krankheit, Schwangerschaft, der Betreuung minderjähriger Kinder oder pflegebedürftiger Angehöriger unterbrochen, verlängert sich ausschließlich in vorgenannten Fällen die Frist bis zum 10.06.2016 bzw. ist gültig für Studierende, die ab Frühjahr 2014 den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung absolviert haben bzw. absolvieren werden.

Diese Regelung tritt gemäß Verordnung zur Änderung von Vorschriften über die ärztliche Approbation (BGBl. I 2013, S. 34) am 01. Oktober 2013 in Kraft.

Diejenigen Studierenden, die sich erstmals bis zum 10.01.2017 oder später anmelden, müssen ausnahmslos die Pflichtfamulatur in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung nachweisen, um zur Prüfung zugelassen zu werden.

 

Die Anerkennung der abgeleisteten Famulatur erfolgt durch das LPH M-V.

 

Der Nachweis über die Famulatur ist durch ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 6 zur ÄAppO zu erbringen. Das Zeugnis ist von dem ausbildendem Arzt zu unterzeichnen und mit dem Stempel, bei öffentlichen Dienststellen mit dem Siegel zu versehen.

Die entsprechenden Nachweise sind im Original oder in amtlich beglaubigter Kopie vorzulegen.

Die Fachbereiche sowie die Möglichkeit der Ableistung der Famulatur im Krankenhaus bzw. der ambulanten Krankenversorgung sind diesem Merkblatt zu entnehmen.

Famulatur im Ausland

Famulatur im Ausland

Gemäß § 7 Abs. 3 ÄAppO kann auch eine im Ausland abgeleistete Famulatur durch das LPH M-V angerechnet werden. Dies gilt nicht für die abzuleistende Pflichtfamulatur in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung.

Hierfür werden gemäß Tarifstelle 5.1.8 der Kostenverordnung für Amtshandlungen der Gesundheitsverwaltung (GesKostVO M-V) vom 26. April 2016 in der derzeit gültigen Fassung Gebühren in Höhe von 25,00 EUR bis 75,00 EUR erhoben.

Das Landesprüfungsamt verlangt die Vorlage eines Zeugnisses auf dem Kopfbogen (ausschließlich!) der Krankenanstalt bzw. der Einrichtung in der Amtssprache des jeweiligen Landes, das neben den Angaben, die das Zeugnis nach dem Muster der Anlage 6 zur ÄAppO vorsieht (Angaben zur Person, Ausbildungsdauer, Unterbrechung) auch eine kurze inhaltsbezogene Darstellung der Tätigkeiten enthalten muss.

Es muss eine amtliche Übersetzung des Zeugnisses beigefügt werden oder eine Bestätigung des Fremdsprachenzentrums einer inländischen Universität über die Richtigkeit der gefertigten Übersetzung.
Ausnahme: Sofern der Zeugnisvordruck gemäß ÄAppO bereits zweisprachig (Fremdsprache und Deutsch) vorgegeben ist, kann vorgenannte Übersetzung entfallen.

Es wird empfohlen, Zeugnisse über die Famulatur, die im Ausland erworben wurden, vom LPH M-V rechtzeitig vor der Meldung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung anrechnen zu lassen. Hierfür ist das Antragsformular (homepage des LPH M-V) zu nutzen.

Anerkennung

Anerkennung von Famulaturen

Als Famulatur in einer Einrichtung der ambulanten Krankenversorgung, die ärztlich geleitet wird, werden abgeleistete Famulaturzeiten in der Ambulanz und Notaufnahme im Krankenhaus einschließlich Polikliniken nur anerkannt, wenn auf dem Famulaturzeugnis bestätigt wird, dass die Famulatur ausschließlich in diesem Bereich abgeleistet wurde.

Famulaturen in truppenärztlichen Einrichtungen der Bundeswehr werden als Famulatur in der ambulanten Krankenversorgung anerkannt, nicht jedoch als Famulatur in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung.

In nachfolgend genannten Fachbereichen kann in der ambulanten bzw. stationären Krankenversorgung eine Famulatur anerkannt werden.

Tabellarische Übersicht der Anerkennungen

Fach Anerkennung Krankenhaus Ambulante Krankenversorgung
Allgemeinmedizin ja nein ja
Allgergologie ja ja ja
Anästhesiologie ja ja ja
Anatomie nein
Arbeitsmedizin (1 Monat) ja ja nein
Augenheilkunde ja ja ja
Balneologie und Medizinische Klimatologie ja ja ja
Betriebsmedizin nein
Biochemie nein
Bluttransfusionswesen nein
Chirurgie ja ja ja
Diabetologie ja ja ja
Frauenheilkunde und Geburtshilfe ja ja ja
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde ja ja ja
Haut- und Geschlechtskrankheiten ja ja ja
Humangenetik (1 Monat) ja ja nein
Hygiene und Umweltmedizin nein
Innere Medizin ja ja ja
Kinder- und Jugendmedizin ja ja ja
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ja ja ja
Klinische Pharmakologie nein
Laboratoriumsmedizin nein
Medizinische Informatik nein
Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie nein
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie ja ja ja
Neurologie ja ja ja
Nuklearmedizin ja ja ja
Orthopädie ja ja ja
Pathologie (nur ein Monat) ja ja nein
Pharmakologie und Toxikologie nein
Physikalische Therapie ja ja ja
Physiologie nein
Psychiatrie und Psychotherapie ja ja ja
Radiologische Diagnostik (im Krankenhaus), Anerkennung erfolgt nur für Famulanten, die bis zum Herbst 2016 die Zulassung zur Ersten Ärztlichen Prüfung erhalten haben! ja nein ja
Rechtsmedizin (nur ein Monat) ja ja nein
Spezielle Schmerztherapie (Palliativmedizin) ja ja ja
Sportmedizin nein
Strahlentherapie ja ja ja
Transfusionsmedizin nein
Tropenmedizin ja ja nein
Umweltmedizin nein nein
Urologie ja ja ja

Formulare

Humanmedizin - Famulatur - Formulare

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