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Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung und Beratung gemäß Biostoffverordnung (BioStoffV) für Studierende der Medizin und Zahnmedizin

Seit dem 1.4.1999 ist die Biostoffverordnung (BioStoffV) in Kraft. Sie konkretisiert die allgemeinen Regelun-gen des Arbeitsschutzgesetzes für die Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen.

1. Wovor schützt die BioStoffV?

Die BioStoffV soll die Beschäftigten vor den gesundheitlichen Wirkungen von biologischen Arbeitsstoffen schützen.

2. Was sind biologische Arbeitsstoffe?

Biologische Arbeitsstoffe sind Mikroorganismen, einschließlich gentechnisch veränderter Mikroorganismen, Viren und Prionen sowie Zellkulturen und humanpathogene Endoparasiten, die beim Menschen Infektionen, sensibilisierende und toxische Wirkungen hervorrufen können.

Zum Beispiel können Hepatitis B-Viren eine Leberentzündung, Schimmelpilze ein allergisches Asthma und das Staphylokokken-Entero-toxin eine Le-bensmittelvergiftung verursachen.

3. Wann ist die BioStoffV anzuwenden?

Die Geltung erstreckt sich auf Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen. Dazu gehört der gezielte Um-gang mit Mikroorganismen, wie z. B. die Anzucht von Bakterien im mikrobiologischen Labor. Zum anderen gehört dazu der nicht gezielte Umgang, wie z. B. bei der Untersuchung einer Blutprobe, in der sich Hepati-tis B-Viren befinden können, d. h. eine Exposition ist möglich, aber nicht exakt abschätzbar.

Dazu zählt au-ßerdem der berufliche Umgang mit Menschen, Pflanzen usw., wenn dabei biologische Arbeitsstoffe freige-setzt werden können, mit denen der Beschäftigte direkt in Kontakt kommen kann.

4. Wie wird der Schutz gewährleistet?

Grundlage der Schutzmaßnahmen ist die Gefährdungsbeurteilung der biologischen Arbeitsstoffe. Unabhängig von der Einstufung der Mikroorganismen in Risikogruppen sind bei allen Tätigkeiten mit biologi-schen Arbeitsstoffen die in den Hygieneplänen der Einrichtungen festgelegten Grundsätze des Arbeitsschut-zes und Basishygienemaßnahmen zu beachten. Spezielle Sicherheitsmaßnahmen werden unter Berücksichti-gung von Art und Ausmaß der Gefährdung festgelegt.

Nach §15 BiostoffV ist für Sie vor Aufnahme von Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen folgende ar-beitsmedizinische Vorsorge:

  • die Beratung und arbeitsmedizinische Pflichtuntersuchung, weil Sie innerhalb Ihres Studiums Tätigkeiten, die im Anhang IV der BioStoffV aufgelistet sind (z. B. Tätigkeiten in der Humanmedizin, wenn dabei Krankheitserreger wie Hepatitis B- und –C-Viren vor-kommen können) verrichten werden,
  • das Angebot einer Schutzimpfung, weil Sie im Studium Krankheitserregern ausgesetzt sein kön-nen, gegen die wirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen (z. B. gegen Hepatitis B, ggf. Hepatitis A, Masern-, Mumps-, Röteln, Pertussis oder Varizellen).

5. Dokumentation der Untersuchung und Beratung

Der untersuchende Arzt muss das Untersuchungsergebnis schriftlich dem Untersuchten und dem Studenten-sekretariats als Vertreter des „Arbeitgebers“ mitteilen. Das Ergebnis wird in allgemeiner Form geäußert (kei-ne gesundheitlichen Bedenken/ keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen/ be-fristete oder dauernde gesundheitliche Bedenken) – in jedem Fall ohne Nennung von Diagnosen!

Widerspruch hinsichtlich des Untersuchungsergebnisses ist möglich und an die zuständige Aufsichtsbehör-de, das Amt für Arbeitsschutz und technische Sicherheit Stralsund zu richten.

6. Wo finden die Untersuchungen und Beratungen statt?

Die arbeitsmedizinische Untersuchung und Beratung findet im Betriebsärztlichen Dienst der E.-M.-Arndt-Universität/ Fleischmannstraße 42-44 (im Gebäude der Radiologie, Eingang Hofseite, 1. Etage) statt.

Terminvergabe:

Die Studierenden werden gebeten, individuell einen Termin unter den folgenden Telefon-Nummern zu vereinbaren:

  • Dipl.-Med. Chr. Rutscher/ Schwester Beate: 86-5346
  • Dr. M. Wittig/ Schwester Beatrix: 86-534
  • Shwester Carola: 86-5355

Zur Untersuchung sind das ausgefüllte Anamneseblatt und der Impfpass mitzubringen.

Achtung!

Die Aufnahme einer im Sinne der BioStoffV gefährdenden Tätigkeit (spezielles Praktikum, Famulatur) kann nur erfolgen, wenn der Nachweis über die erfolgte arbeitsmedizinische Untersuchung und Beratung (gültige ärztliche Bescheinigung eines nach BioStoffV ermächtigten Arztes) erbracht werden kann.

Sofern Sie das Untersuchungsangebot des Betriebsärztlichen Dienstes nicht wahrnehmen wollen, steht es Ihnen frei, sich durch andere, für die Vorsorgeuntersuchung nach der BioStoffV ermächtigte Ärzte entspre-chend untersuchen, beraten und sich darüber eine gültige Bescheinigung ausstellen zu lassen.

Mögliche Kosten werden in solchen Fällen allerdings nicht von der E.-M.-Arndt-Universität übernommen. Sie sind dann in der Regel vom Studierenden selbst zu tragen.

Bereits vorab von ermächtigten Ärzten ausgestellte, gültige Untersuchungsbescheinigungen werden akzeptiert.